Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

http://myblog.de/sadysadgirl

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Glück – Was ist Glück?

In großen Lettern prangt diese Überschrift auf dem noch leeren Blatt. Mal eben googeln. Es gibt sogar ein Glücksarchiv? Ob die dort das Glück verwahren? Ist das eine „Glücksschule von heute“? Die Seite wirkt eher ernüchternd. Wenig glücklich machend. „Glück haben heißt, durch einen (glücklichen) Zufall begünstigt zu sein (englisch: luck).“ In der Schule habe ich mal gelernt, dass man Definitionen nicht durch Verwendung des gleichen Begriffes erklären darf. Vielleicht ist das heute anders? (Obwohl meine Schulzeit ja noch nicht sooo lang zurückliegt.) Apropos Zeit: habe ich Zeit, heute über Glück nachzudenken? Habe ich überhaupt Zeit über Glück nachzudenken? Nehme ich mir Zeit, um über Glück nachzudenken? Wann habe ich das letzte Mal über Glück nachgedacht? Habe ich überhaupt schon mal über Glück nachgedacht? Okay, da gibt es die eine oder andere Situation, in der mir auf der Straße ein anderes Auto besorglich nahe kam. „Glück gehabt“, dachte ich. Die ganze Schererei mit Unfall und so – das muss nicht sein. Glück gehabt. Der eine hat’s, der andere nicht? Glück im Unglück. Ist da manchmal nicht ein bisschen Schönreden dabei? Positiv denken – ob das hilft. Was ist Glück für mich? Wird ja viel erzählt vom „ganz großen Glück“. Das klingt so furchtbar weit weg. Unerreichbar. Doch sind es nicht vielmehr auch die kleinen Dinge, die mich glücklich machen? Wenn morgens die Sonne scheint. Wenn ich die erste Tulpe blühen sehe. Wenn ich neben den Rechnungen auch mal einen netten Brief im Briefkasten finde. Der kleine Schmetterling auf meiner Terrasse. Ein liebes Wort von den Nachbarn. Eine kleine Aufmerksamkeit von einer lieben Kollegin. Ein Dankeschön. Andreas Tenzer hat einmal gesagt "Das große Glück ist die Summe kleiner Freuden." Ja, das passt. Und kleine Freuden habe ich viele. Zum Beispiel darüber, so ein nettes Zitat zu kennen. Okay, ich habe ein bisschen geschummelt. Eigentlich weiß ich nur, dass www.wikiquote.de nette Zitate kennt. Doch das Zitat gefällt mir tatsächlich und es passt zu mir und zu dem, was ich über Glück denke. Da habe ich wohl GLÜCK gehabt.

 

6.3.07 13:21


Getrieben ...

Zwei weitere Monate gingen ins Land. Schreiblose. Wortlose. Zuviel beschäftigt mit Alltagsproblemen. Nicht alltäglich. Nun gönne ich mir eine Auszeit. Freizeit. Urlaub. Getrieben von anderen Kräften hetzte ich durch die Zeit antriebslos. Nun soll sich alles andern. Aufarbeiten, was liegen blieb. Mir die Welt zu eigen machen. Aneignen. Mit Worten. Mit Taten.

Auch dem Winter fehlte der Antrieb. Er konnte sich nicht entscheiden, ob er dem Herbst oder dem Frühling hörig ist. Getrieben von anderen Kräften. Löwenzahn im Januar. Pusteblumen. Wegpusten. Hinfort treiben lassen. Mit dem Wind verweht. Welch traumhaftes Leben. Getrieben von anderen Kräften.

Antrieblos. Ruhelos. Dahingleiten. Entfliehen. Warten, auf das was kommt. Was kommen mag. Wartend der Zeit entfliehen. Doch diese verstreicht. Getrieben von anderen Kräften. Mit ihr entgleiten. Davonfliegen. Pusteblumenflüge.

Ankommen. Sich wiederfinden. Warten. Zur Ruhe kommen. Genießen können. Keine Verpflichtungen. Keine Erwartungen. Stillstand getrieben von anderen Kräften.

16.2.07 22:15


...dass ich nur schreibend über die Dinge komme ...

Nachdenken, ihr nach-denken. Dem Versuch, man selbst zu sein. So steht es in ihren Tagebüchern, die uns geblieben sind, auf den losen Blättern der Manuskripte, die man aufgefunden hat, zwischen den Zeilen der Briefe, die ich kenne. Die mich gelehrt haben, daß ich meine Erinnerung an sie, Christa T., vergessen muß. Die Farbe der Erinnerung trügt. So müssen wir sie verloren geben? Denn ich fühle, sie schwindet. Auf ihrem Dorffriedhof liegt sie unter den beiden Sanddornsträuchern, tot neben Toten. Was hat sie da zu suchen? Ein Meter Erde über sich, dann der mecklenburgische Himmel, die Lerchenschreie im Frühjahr, Sommergewitter, Herbststürme, der Schnee. Sie schwindet. Kein Ohr mehr, Klagen zu hören, kein Auge, Tränen zu sehen, kein Mund, Vorwürfe zu erwidern. Klagen, Tränen, Vorwürfe bleiben nutzlos zurück. Endgültig abgewiesen, suchen wir Trost im Vergessen, das man Erinnerung nennt. Vor dem Vergessen, beteuern wir aber doch, müsse man sie nicht schützen. Da beginnen die Ausreden: Vor dem Vergessenwerden, sollte es heißen. Denn sie selbst, natürlich, vergißt oder hat vergessen, sich, uns, Himmel und Erde, Regen und Schnee. Ich aber sehe sie noch. Schlimmer: Ich verfüge über sie. Ganz leicht kann ich sie herbeizitieren wie kaum einen Lebenden. Sie bewegt sich, wenn ich will. Mühelos läuft sie vor mir her, ja, das sind ihre langen Schritte, ja, das ist ihr schlenkriger Gang, und da ist, Beweis genug, auch der große rotweiße Ball, dem sie am Strand nachläuft. Was ich höre, ist keine Geisterstimme: Kein Zweifel, sie ist es, Christa T. Beschwörend, meinen Verdacht betäubend, nenne ich sogar ihren Namen und bin ihrer nun ganz sicher. Weiß aber die ganze Zeit: Ein Schattenfilm spielt ab, einst durch das wirkliche Licht der Städte, Landschaften, Wohnräume belichtet. Verdächtig, verdächtig, was macht mir diese Angst? Denn die Angst ist neu. Als sollte sie noch einmal sterben, oder als sollte ich etwas Wichtiges versäumen. Zum erstenmal fällt mir auf, daß sie sich seit Jahr und Tag in meinem Innern nicht verändert hat und daß da keine Veränderung mehr zu hoffen ist. Nichts auf der Welt und niemand wird ihr dunkles, fußliges Haar grau machen, wie das meine. Keine neuen Falten werden in ihren Augenwinkeln hervortreten. Sie, die Ältere, nun schon jünger: Fünfunddreißig, schrecklich jung. Da weiß ich: Das ist der Abschied. Das Ding dreht sich noch, schnurrt dienstbeflissen, aber zu belichten ist da nichts mehr, mit einem Ruck springt das schartige Ende heraus, dreht mit, einmal, noch einmal, stoppt den Apparat, hängt herab, bewegt sich wenig in dem leichten Wind, der da immer geht. Die Angst, ja doch. Fast wäre sie wirklich gestorben. Aber sie soll bleiben. Dies ist der Augenblick, sie weiterzudenken, sie leben und altern zu lassen, wie es jedermann zukommt. Nachlässige Trauer und ungenaue Erinnerung und ungefähre Kenntnis haben sie zum Schwinden gebracht, das ist verständlich. Sich selbst überlassen, ging sie eben, das hat sie an sich gehabt. In letzter Minute besinnt man sich darauf, Arbeit an sie zu wenden. Etwas von Zwang ist unleugbar dabei. Zwingen, wen? Sie? Und wozu? Zu bleiben? -Aber die Ausreden wollen wir hinter uns lassen. ......

Wann wenn nicht jetzt?

aus: Christa Wolf: "Nachdenken über Christa T."

15.12.06 23:38


Gedanken denken

Der Maler verleiht der Gestalt Seele, der Dichter dem Gefühl und dem Gedanken Gestalt.
Nicolas Chamfort

Da ich mich dem Schreiben schon viel zu lange entsagt habe, bin ich nun der Meinung, dies nur ändern zu können, indem ich mich dazu zwinge öffentlich zu werden. Immer erreichbar - präsent - und doch unnahbar. Dennoch greifbar. In den unendlichen Weiten des Netzes - weltumfassend. Ein Raum der öffentlicher nicht sein könnte und dennoch ein Gefühl von Einsamkeit vermittelt. Sitzend allein vor einem Bildschirm, der das wiedergibt, was meine Finger von Gedanken gesteuert in die Tasten tippen. Innehaltend. Korrigierend. Sortierend.

Hier bin ich also. Eintauchend in eine neue Welt, die mir noch etwas fremd erscheint. Befremdend. Gedanken direkt auf dem Monitor - ohne das Kratzen des Füllers auf zartem Papier  - zu sehen, ist eine neue Erfahrung. Dennoch scheint es zu funktionieren. Gedanken strömen dahin - wollen geäußert werden - müssen geäußert werden.

Deshalb nun ein Weblog. Mein Gedankenbuch. Für jeden sichtbar in einer unsichtbaren Welt, die nur Einsen und Nullen kennt. Sein oder Nicht sein. Da oder nie gewesen. Ein Teil eines Ganzen, das ich nicht zu durchschauen vermag.

Nun heißt es durchhalten und endlich schreiben. Sichtbar werden und gesehen werden. Gedanken denken und öffnen - für eine Welt, die ich nicht kenne - die mich nicht kennt - anonym bleiben ohne anonym zu sein.

29.11.06 13:21





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung